Fragen zur

EndoProthetik

Unter >Hüftgelenk-Schmerzen< und >Kniegelenk-Schmerzen< haben Sie vielleicht

herausgefunden, dass Sie ein künstliches Gelenk brauchen. Jetzt stellen sich Ihnen womöglich viele Fragen. Was muss ich wissen? Worauf kommt es an?

Im Folgenden finden Sie einen Fahrplan mit wichtigen Hinweisen, worauf Sie achten sollten:
die Wahl des Arztes,
der Klinik, der Therapie und Nachbehandlung.

 

Lassen Sie sich in einem EndoProthetikZentrum versorgen.
Lassen Sie sich auf jeden Fall in einem EndoProthetikZentrum versorgen. EndoProthetikZentren sind verpflichtet, Qualitäts-Standards einzuhalten. Dies wird jedes Jahr von einer unabhängigen Einrichtung (ClarCert) kontrolliert. Nur wenn die Qualitäts-Standards eingehalten werden, behält das Zentrum sein Zertifikat. Die Hauptoperateure im Zentrum müssen pro Jahr mindestens 50 künstliche Gelenke implantieren, um als Hauptoperateure anerkannt zu werden und es zu bleiben. In der Regel operieren die Hauptoperateure aber weit mehr Patienten. 

 

An der Hüfte nur minimalinvasiv.
Wenn Sie ein künstliches Hüftgelenk brauchen, fragen Sie Ihren Operateur, ob er Sie minimalinvasiv
(ohne Ablösung der Muskulatur!) operieren wird oder auf herkömmlichem Weg. Das ist entscheidend wichtig, weil beim minimalinvasiven Vorgehen Blutverlust und Infektionsgefahr deutlich verringert sind,
und die Rehabilitation beschleunigt ist.

 

Fast-Track-Chirurgie ist von Vorteil.
Fragen Sie auch, ob Sie nach den Kriterien der Fast-Track-Chirurgie versorgt werden. Fast-Track kommt aus dem angloamerikanischen Sprachraum und bedeutet "Schnellspur-Chirurgie". Für Sie bedeutet es, dass der stationäre Aufenthalt viel kürzer und angenehmer sein wird. Es hat sich viel geändert in den letzten Jahren.
Wir verwenden keine Wunddrainagen mehr, keine Blasenkatheter, keine Schmerzkatheter und keine Lagerungsschienen. Dadurch können wir unsere Patienten schon wenige Stunden nach der Operation mobilisieren. Die künstlichen Gelenke werden so eingesetzt, dass alle Patienten von Anfang an ihr frisch operiertes Bein voll belasten dürfen. Dadurch hat sich die durchschnittliche Dauer des stationären Aufenthalts auf wenige Tage verkürzt.

 

Was Sie in die Sprechstunde mitbringen sollten.
Wenn Sie sich für einen Hauptoperateur entschieden haben, bringen Sie in seine Sprechstunde, soweit vorhanden, folgende Unterlagen mit:

  • Röntgen- und MRT-Bilder, wenn möglich mit Befunden

  • Arztbriefe über Ihr Gelenkproblem oder wichtige Erkrankungen

  • Endoprothesen-Pass einer vorausgegangenen Operation

  • Medikamenten-Plan

  • Allergie-Pass
     

Der Arzt wird die Vorgeschichte erfragen, Sie untersuchen und röntgen. Anschließend wird er Sie eingehend beraten. Falls eine Operation angezeigt ist, und Sie sich dafür entscheiden, wird ein Termin vereinbart.

Der Facharzt klärt Sie über das geplante Vorgehen auf. Er sagt Ihnen, welche Art der Versorgung und
welche Art Endoprothese für Sie am
besten geeignet ist.

 

Ihre Patientenmappe
 

Am Ende des Gesprächs erhalten Sie eine Mappe mit wichtigen Unterlagen. Darin befinden sich ein Informationsblatt, auf dem der OP-Termin und das Datum der stationären Aufnahme vermerkt sind.

Im Informationsblatt steht die Telefonnummer des zentralen Belegungsmanagements der Chirurgischen Klinik München Bogenhausen. Wenn Sie dort anrufen, bekommen Sie einen Sprechstundentermin zur Vorbereitung  zur Narkose im MVZ der Chirurgischen Klinik München Bogenhausen in der Richard-Strauss-Str. 101.

Um die Wahrscheinlichkeit einer zeitnahen Reha / Anschlussheilbehandlung (AHB) zu erhöhen rufen

Sie bitte beim Sozialdienst unter der 089/92794-3000 an. Der Sozialdienst unterstützt Sie bei der

Planung der Reha und reserviert nach Möglichkeite im Vorfeld ein Bett in der Reha Klinik.

Vorbereitung für die Narkose
Die Vorbereitung zur Narkose kann auch Ihr Hausarzt, der Sie gut kennt, durchführen. Er wird Blut abnehmen, schreibt ein EKG und führt eine körperliche Untersuchung durch. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen haben Sie dann schon dabei, wenn Sie zum Termin beim Narkosearzt kommen.
Für den Termin beim Narkosearzt sollten Sie idealerweise folgende Unterlagen mitbringen:

  • Mappe mit den Aufklärungsbögen und dem Brief Ihres Operateurs

  • Falls Sie vorher beim Hausarzt waren: Blutwerte, EKG und den körperlichen Untersuchungs-Bogen

  • Soweit vorhanden: wichtige medizinische Befunde und Arztbriefe

  • Krankenhaus-Einweisung vom Hausarzt

  • Versichertenkarte

 

Besprechen Sie mit dem Narkosearzt und dem Hausarzt, wenn Sie gerinnungshemmende Medikamente wie Markumar oder Clopidogrel einnehmen oder Medikamente gegen Diabetes mellitus wie Insulin und Metformin. Diese Medikamente müssen eventuell in ihrer Dosierung angepasst oder vorübergehend vielleicht ganz abgesetzt werden.

Ultraschallgestützte Rückenmarksbetäubung ist besonders schonend.
Wir operieren, wann immer möglich, unter Rückenmarks-Betäubung, weil das für die Patienten viel

schonender als eine Allgemeinnarkose ist. Die geistige Leistungsfähigkeit älterer Patienten kann nach einer Allgemeinnarkose tagelang beeinträchtigt sein. Die Rückenmarks-Betäubung wird von Patienten
aller Altersstufen besser vertragen. Manche Patienten fürchten sich aber davor, zuviel von der Operation mitzubekommen. Aber diese Angst ist unbegründet.
Unsere Patienten erhalten während der Operation
ein gut verträgliches Schlafmittel und bekommen nicht mit,
wenn wir
die Prothese einsetzen.
Mehr Information dazu erhalten sie hier.

 

Was Sie in die Klinik mitbringen sollten.
Sie kommen am Tag vor der Operation um 13:00 Uhr zur stationären Aufnahme in die Klinik.
Bringen Sie zur Aufnahme bitte folgende Dinge mit:

  • Ihre vom Hausarzt verordneten Medikamente

  • Falls vorhanden: Gehstützen

Die frühe Mobilisation ist wichtig.
Wie bereits oben erwähnt, verwenden wir keine Wunddrainagen, keine Blasenkatheter, keine Schmerzkatheter und keine Lagerungsschienen. Dadurch können unsere Patienten im Prinzip
schon am Tag der Operation mobilisiert werden.
In der Regel dürfen die Patienten ihr frisch operiertes
Bein von Anfang an voll belasten. Spätestens am ersten Tag nach der Operation mobilisiert der Physiotherapeut den Patienten und bringt ihm den richtigen Umgang mit Gehstützen bei.

Auch das Treppensteigen wird geübt.

 

Was Sie für die Reha brauchen.
Schon wenige Tage nach der Operation gehen die Patienten in die Reha. Wir kümmern uns um den Transport. Während der Reha sind die Ärzte der Reha-Klinik für die Behandlung verantwortlich,
aber bei Bedarf kann selbstverständlich jederzeit Kontakt zum Operateur aufgenommen werden.

 

Nach der Reha gehen Sie wieder zu Ihrem Operateur.
Nach der Reha soll sich der Patient auf jeden Fall wieder beim Operateur vorstellen.
Der Operateur wird den Patienten untersuchen und beraten. Außerdem bekommt er
von ihm Rezepte für Krankengymnastik und Lymphdrainage.

Dieser 60 Jahre alte Patient hat 5 Tage zuvor in einer Operation beide Hüftgelenke endoprothetisch ersetzt bekommen. Jetzt kann er schon weitgehend schmerzfrei mit und ohne Krücken gehen

Diese 92-jährige Patientin hat 6 Tage zuvor ein neues Kniegelenk bekommen, geht heute in die Reha und

freut sich, weil endlich nichts mehr weh tut.

Tel: 08122 – 22777-20 |  089 – 92794-1370

info@dr-weigel-erding.de

 

copyright: Dr. med. Bernhard Weigel 2019